Die Betreuung von Promotionen ist eine anspruchsvolle Aufgabe – sie verlangt nicht nur fachliche Expertise, sondern auch Klarheit in der Rolle, Kommunikationsgeschick und strukturelles Denken. Die Reihe besteht aus 5 Kurzimpulsen und richtet sich an Wissenschaftler*innen mit (geplanter) Betreuungsverantwortung, um ein tragfähiges Betreuungskonzept zu erarbeiten, ihre eigene Betreuungspraxis reflektiert (weiter) zu entwickeln, und konkrete Werkzeuge für eine professionelle, lernförderliche und strukturierte Begleitung von Promotionsprozessen zu gewinnen.
3. Session: Kontinuierlichen Lernfortschritt anregen und sichtbar machen
Der Promotionsalltag wird von vielen Promovierenden als langwierig und herausfordernd erlebt – häufig begleitet vom Gefühl, nicht schnell genug voranzukommen. Gleichzeitig ist die Promotion ein intensiver Lern- und Entwicklungsprozess: Fachliche Expertise, methodische Souveränität, wissenschaftliche Urteilsfähigkeit und zunehmende Eigenständigkeit entwickeln sich fortlaufend. Diese vielschichtigen Fortschritte verlaufen jedoch oft schrittweise oder zirkulär und werden im Arbeitsalltag oft unterschätzt oder bleiben unsichtbar.
Im Workshop reflektieren wir zunächst, welche Lernfortschritte in den unterschiedlichen Promotionsphasen erwartet werden können.
Darauf aufbauend erarbeiten wir konkrete Ansätze, wie Betreuende Lernfortschritte systematisch anregen, bewusst wahrnehmen und sichtbar machen können, beispielsweise durch die Formulierung von Milestons. So gelingt es, Motivation und die Freude an der wissenschaftlichen Arbeit aufrecht zu erhalten sowie die wissenschaftliche Eigenständigkeit gezielt zu stärken – sowohl im Einzelkontakt als auch im Teamkontext.
Key Learnings
- Reflexion der zu entwickelnden Kompetenzen: Identifizieren der erforderlichen Kompetenzen, die Promovierende auf fachlicher, methodischer, persönlicher und systemischer Ebene entwickeln sollen.
- Identifizieren von Fortschritten: Strategien zur Erlebbar- und Sichtbar-Machung von Arbeitsfortschritten und wie diese Wertschätzung erhalten, beispielsweise durch regelmäßige Feedbackrunden im Team oder das Feiern von (Teil-)Erfolgen.
- Diskussion: Wie kann sowohl im Einzelkontakt als auch im Teamkontext eine unterstützende Umgebung geschaffen werden, die die Freude an der wissenschaftlichen Arbeit erhält und die wissenschaftliche Eigenständigkeit der Promovierenden gezielt fördert?